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1996

Meine aktuelle Situation: Kein Land in Sicht! Immer noch (seit jetzt 3 Jahren) unter Beziehungsgeschichtenentzugserscheinungen leidend. Indien erstmal abgehakt und meine neue Idee Raku-Animation als weltreisender Keramiker in noblen Ferienclubs bei guter Bezahlung inkl. Reisekostenerstattung einzuführen scheint auch erstmal auf Eis gelegt. Und dazu kein Geld!

Hier geht's nicht mehr weiter! Als Ursache für die Schwierigkeiten mit den Ferienclubs sehe ich die ewig langwierige Schreiberei per Fax und meine fehlende Präsenz vor Ort um die zuständigen Atelier- oder Clubleiter zu überzeugen. Ich bin so überzeugt von der Idee, daß ich mir im Februar vornehme zum Winterbeginn auf die Kanaren zu gehen. Das ganze Jahr rede ich davon. Wahrscheinlich halten mich sowieso schon alle für einen Idioten. Ich kaufe mir einen Anhänger mit Klappdeckel für 400 Mark, Ulrike hat mir Ihren rostigen VW Santana (auch noch Automatik, wenn der mal liegenbleibt...) geschenkt mit dem sie sich sowieso nicht mehr aus der Stadt heraustraut, weil er immer so stottert.

Ich bin jetzt stolzer Besitzer eines der ersten Mobiltelefone und es ist November (ich glaube der zehnte, nachmittags) und ich fahre mit vollbepacktem Anhänger, Werkzeug, Drehscheibe, Brennofenbaumaterial, 2800 Mark in bar und wasweissichnoch los. Ich schaffe es bis Aachen, komme melancholisch drauf und versacke dort in einer Kneipe die ich von früher kenne. Mir kommen schon wieder Zweifel. Bin ich wirklich noch normal?

Das Wetter ist fürchterlich, Dauerregen und grau in grau, ich fahre bis Orléans, ca. 200 km südlich von Paris und schlafe dort im Wagen ein. Am Morgen fröstelnd weiter bis über die spanische Grenze. Endlich wird der Himmel freundlicher und ich übernachte in einem kleinen Hotel in San Sebastian direkt am Stadtstrand. Mildes Klima, die Leute gehen mit ihren Hunden ohne Leine abends am Strand und auf der Promenade spazieren. Ich hasse Deutschland und die Deutschen! Endlich kommt wieder Abenteuerlust und Mut auf.

Ich habe viel Zeit, fahre über Landstrassen weiter um Autobahngebühren zu sparen. Irgendwann bin ich auf einer einsamen Hochebene, mache Pause und gehe allein durch Almen und rufe über Handy meine Mutter an. Die Glocken der Bergziegen sind so laut...

Ich fahre kreuz und quer durch Zentral-Spanien, teilweise durch schneebedeckte Pässe, dann durch die karge weitläufige Mancha. Irgendwann, schon weit südlich - ich bin von der Fahrerei total vermanscht, mache ich an einer Raststätte halt um zu schlafen. Ich bin fertig. In der kleinen Bar mit ihrer bunten einladenenden Beleuchtung werde ich von einem Mädchen angemacht, bevor ich begreife, daß ich in einem Bordell bin. Aber ok, ich bin neugierig und sie ist sehr nett. Endlich ein tolles Bad, geschrubbt werden und sich so richtig zu Hause fühlen. Sie ist sogar zum Abschied mit vor die Tür gekommen und hat gewunken! Und ich konnte kein Wort spanisch, ausser mir ein Bier bestellen.

Ein kleiner Abstecher in die Sierra Nevada. Mit Anhänger (den hatte ich immer noch) hätte ich es nicht geschafft, so habe ich ihn an einem Verkehrsschild angeschlossen. Aber den Ausflug hätte ich mir sparen können, die Gegend ist total vermarktet, kein bisschen Natur, nur Hotels, Restaurants und Pensionen. Immer noch viel Zeit -, bin dann runter zur Küste über Tarifa (wunderschön), Gibraltar und nach Cadíz. Total müde und will wiedermal ein richtiges Bett. Ein algerischer Schlepper vermittelt mir eine Bruchbude in einem Hinterhof-Hostal (1-Sterne) ohne Licht und Fenster. Ich habe noch 2 Tage in Cadíz zu verbringen, bevor am Samstag die Fähre geht.

Am Morgen danach in den Hafen um mir ein Ticket zu kaufen. Ich kann noch immer kein spanisch und verstehe nur, daß bis Weihnachten alles reserviert ist! Das sind noch acht  Wochen!  Ich werde wohl auf eine Warteliste verwiesen, sehe aber keine Chance, zwei Stunden vor Ablegen der Fähre mich ohne Spanischkenntnisse gegen ein südländisches Menschengedränge durchzusetzen. Plötzlich läuft garnichts mehr...., das kann doch nicht sein, vielleicht ein Frachter -, aber ohne spanisch? - In Cadíz leben abertausende von Katzen, Rudelweise - habe ich gesehen, während ich den ganzen Tag durch die Stadt und den Hafen streune.....

Am nächsten Morgen fragt mich jemand nach dem Fährbüro - auf deutsch! Er hat auch nicht reserviert. Ich schliesse mich ihm an, spanisch kann er auch nicht, aber er macht mir den Eindruck von jemanden, der bekommt was er will. In der Schalterreihe stehe ich direkt hinter ihm, - und es ist unglaublich: Die gleiche Prozedur wie am Vortag, - aber mein Vordermann geht einfach nicht vom Schalter weg - blockiert den ganzen Verkehr. Irgendwann bekommt er sein Ticket und ich meines auch, weil der Verkäufer wohl meint wir gehören zusammen. Aber was für ein Preis! Ich zahle zwei Überfahrten, weil mein kleiner Anhänger (147 cm) als zweites Fahrzeug berechnet wird. Damit habe ich nicht gerechnet - egal, losgefahren bin ich mit 2500 DM jetzt habe ich noch 300 DM und morgen früh geht's aufs Schiff. Puh...



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